Medienmenschen

Das Projekt „Medienmenschen“ stellt ostdeutsche Medienakteure in den Mittelpunkt ihrer eigenen Betrachtungen. Grundthese ist, dass Medienmacher und Medienfiguren für das Publikum häufig Lebensbegleiter, Projektionsflächen und Identitätsanker sind und damit auch eine besondere Bedeutung für das Geschichtsbewusstsein haben. Hiervon ausgehend ist die Leitfrage, ob und wie Medienmacher und Medienfiguren, die in der DDR ausgebildet und sozialisiert wurden, nach 1990 spezifisch ostdeutsche Sichtweisen in die von ihnen produzierten Medien einbringen. Anders gefragt, welche Folgen hatte und hat eine DDR-spezifische Sozialisation für das Selbstverständnis und die Produkte von prominenten ostdeutschen Medienakteuren?

Hier liegt der Schwerpunkt auf Massenmedien (Fernsehen/Film/Radio/Musik). Im Rahmen dieser Fragestellung wird ebenfalls untersucht, unter welchen Bedingungen diese Medienakteure im vereinigten Deutschland ihre Arbeit fortsetzten und welche Konsequenzen ihre individuellen Biografien für spezifische Deutungen über die DDR, Ostdeutschland und Gesamtdeutschland haben. Wie berichten also Journalisten über die DDR und über die Gegenwart, die dafür ausgebildet wurden, „politische PR“ für die SED zu machen? Unterscheiden sich ihre Konstruktionen von denen der westdeutschen oder im vereinten Deutschland ausgebildeten Journalisten und Moderatoren, Regisseuren oder Schauspielern? Für die Studie werden rund dreißig (semi-)prominente Medienakteure gruppenbiographisch untersucht.

Projektbearbeitung:

Mandy Tröger (LMU München)