Medialisierte Erinnerungen zwischen Diktatur und Alltag. Die DDR in sozialen Medien

Das Projekt untersucht Erinnerungspraktiken in sogenannten sozialen Medien, die explizit oder implizit die DDR thematisieren. Die grundlegende Prämisse ist dabei, dass die Materialität des Mediums und die Art und Weise der Kommunikation in hohem Maße den Inhalt von Erinnerungen beeinflussen. Das Projekt geht daher davon aus, dass die Digitalisierung als jüngste Episode der Medialisierung auch neue kollektive und individuelle Erinnerungspraktiken hervorbringt. Gerade das Aufkommen des sogenannten Web 2.0 mit seinen zahlreichen Plattformen für niedrigschwellige, nutzergenerierte Inhalte eröffnet dabei neue Räume und Öffentlichkeiten für kommemorative Kommunikation. In Bezug auf die bis heute konflikthafte Erinnerung an die DDR soll daher einerseits die Frage beantwortet werden, welche Narrative und Geschichtsbilder über die DDR in sozialen Medien und Online-Foren geteilt werden und inwieweit sich diese mitunter von Deutungsangeboten staatlicher Institutionen unterscheiden. Zum anderen wird dem Titel des Forschungsverbundes entsprechend gefragt, welche Rolle Medien der DDR in den besagten Online-Erinnerungspraktiken spielen.

Projektbearbeitung:

Nils Theinert (ZZF Potsdam)